Herstellung von Pflanzenöl als Kraftstoff
Grundsätzlich gibt es zwei Herstellungsverfahren für Pflanzenöl: Die dezentrale Kaltpressung, die oft direkt in landwirtschaftlichen Betrieben oder Genossenschaften stattfindet, und die zentrale Herstellung durch Hexanextraktion in industriellen Großanlagen.
Bei der Kaltpressung wird die gereinigte Ölsaat ausschließlich durch mechanischen Druck bei Temperaturen von max. 40°C ausgepresst; Schwebstoffe werden durch Filtration oder Sedimentation entfernt. Neben dem Öl bleibt der Presskuchen mit einem Restölgehalt von mehr als 10% übrig, der als eiweißreiches Tierfutter genutzt wird.
Bei der zentralen Ölgewinnung werden die Ölsaaten nach einer Vorbehandlung bei höheren Temperaturen ausgepresst. Aus dem verbleibenden Ölpresskuchen wird das restliche Öl mit Lösemitteln bei Temperaturen bis 80°C herausgelöst. Übrig bleibt das so genannte Extraktionsschrot, das ebenfalls als Tierfutter zum Einsatz kommt. Die Lösemittel werden anschließend durch Verdampfen vom Öl abgetrennt. Nach diesen Verfahrensschritten enthält das Öl mehr unerwünschte Begleitstoffe als bei der Kaltpressung, die anschließend durch Raffination entfernt werden. Endprodukt ist ein auch als Vollraffinat bezeichnetes Pflanzenöl.
| Ölgewinnung aus 1 t Rapssaat | dezentral | zentral |
|---|---|---|
| Abpressgrad [%] | 80 | 99 |
| Ölausbeute [kg/t Saat] | 336 | 416 |
| Ausbeute Presskuchen [kg/t Saat] | 660 | |
| Ausbeute Extraktionsschrot [kg/t Saat] | - | 580 |
| Ölertrag [l/t Saat] | 365 | 452 |
| Ölertrag [l/ha] | 1.278 | 1.582 |
Konkrete Informationen zur Herstellung von Pflanzenölkraftstoff finden Sie in dem Handbuch "Herstellung von Rapsölkraftstoff in dezentralen Ölgewinnungsanlagen". Dieses Handbuch liefert Hinweise zur Planung und Auswahl der technischen Komponenten, zur Lagerung und Qualitätssicherung aber auch zu wirtschaftlichen Aspekten und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Eine Liste von Anbietern von Pflanzenölpressen sowie Pflanzenölproduzenten finden Sie unter:

