Verbreitung

Verwendung von Biodiesel nach Nutzergruppen
Verwendung von Biodiesel nach Nutzergruppen

Biodiesel ist bislang der einzige Biokraftstoff, für den eine ausgeprägte Infrastruktur existiert.

  • Die Biodieseltankstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf der Internetseite der AGQM (Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V.).

In den letzten 15 Jahren hat Biodiesel einen beachtlichen Anteil am deutschen Kraftstoffmarkt erobert - in 2009 lag dieser bei 4,2 Prozent oder 2,5 Mio. t (2008: 4,5 Prozent und 2,7 Mio. t, 2007: 5,4 Prozent und 3,3 Mio. t).  Fehlende Wettbewerbsfähigkeit vor allem in 2008 führte zu Einschnitten beim Absatz von Biodiesel als Reinkraftstoff (B100). So wurden in 2008 nur 1,1 Mio. t als Reinkraftstoff verbraucht - in 2007 waren es fast 1,9 Mio. t. Auch in 2009 bestätigte sich dieser Trend - mit 2,3 Mio. t wurden über 90 Prozent des Biodieselabsatzes dem Dieselkraftstoff direkt beigemischt. Eine Folge dieser Entwicklung ist, dass ein Teil der 1.900 Biodieseltankstellen schließen mussten.

Während 2006 noch 152.000 Tonnen durch Pkw an öffentlichen Zapfsäulen abgesetzt wurden, waren es 2009 nur noch 5.000 Tonnen. Biodiesel wird heute vor allem noch von Betreibern größerer Fahrzeugflotten und Speditionen mit eigenen Tankeinrichtungen eingesetzt. Etwa 9% oder 223.000 Mio. Tonnen wurden in 2009 an diese Kundengruppe geliefert - 2007 lag der Anteil noch bei 40 Prozent bzw. 1,35 Mio. t. 

 

Grafik zur Entwicklung der Produktion und des Absatzes von Biodiesel in Deutschland
Entwicklung Biodieselproduktion und -Absatz in Deutschland

Seit 2004 mischen Mineralölkonzerne dem von ihnen verkauften herkömmlichen Dieselkraftstoff Biodiesel bis zu 5 Prozent zu. Mit mehr als 1,6 Mio. Tonnen wurde so 2008 ein beträchtlicher Teil des Biodiesel dem fossilen Dieselkraftstoff beigemischt. Bedenken bezüglich der Einhaltung aktueller Abgasnormen bestehen laut Mineralöl- und Automobilindustrie nicht. In Deutschland ist seit 2009 sogar ein Anteil von 7 Prozent Biodiesel im Dieselkraftstoff erlaubt. Als B7 ist der Kraftstoff an den Zapfsäulen gekenntzeichnet.

Freigabe

 

Bereits die deutsche Vornorm für Biodiesel war die Grundlage für einige Automobilhersteller, viele ihrer Modelle für Biodiesel freizugeben. Insbesondere der Volkswagen-Konzern, aber auch andere Hersteller haben eine Vielzahl ihrer Modelle für Biodiesel-tauglich erklärt. Bei den freigegebenen Modellreihen sind empfindliche Kunststoff- und Gummibauteile schon vom Hersteller durch Biodiesel-resistente Materialien ersetzt worden.

In jüngster Zeit werden Freigaben nur noch in Verbindung mit speziellen Biodiesel-Paketen erteilt. Hauptgrund ist die neue EU-Abgas-Norm Euro IV, die ab 2005 verbindlich ist. Aufgrund relativ hoher Stickoxid-Emissionen kann Biodiesel als Reinkraftstoff die strengeren Werte dieser Norm nicht mehr ohne Weiteres einhalten. Mit Hilfe eines Sensors, der verschiedene Kraftstoffe oder -mischungen erkennt, kann das Motormanagement auf das jeweilige Kraftstoffmischungsverhältnis eingestellt und die Verbrennung entsprechend optimiert werden. So lassen sich auch die Abgasgrenzwerte von Euro IV ohne Problem unterschreiten. Der Biodieselsensor ist mittlerweile als Zusatzausrüstung für einige Modelle der Volkswagen AG erhältlich.

 

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