Biokraftstoffe
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 52 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht. Der Anteil der Biokraftstoffe betrug 5,8 % (Vorjahr: 5,5%). Wurden in 2009 noch 3,5 Mio. Tonnen verbrauch, stieg der Biokraftstoffabsatz 2010 auf 3,8 Mio. Tonnen.
Während momentan und in absehbarer Zeit vor allem Biodiesel, Ethanol und Pflanzenöl in größeren Mengen genutzt werden, gehört die Zukunft synthetischen Kraftstoffen aus fester Biomasse.
Der Primärkraftstoffverbrauch in Deutschland (2010) von 52 Mio. t setzt sich zu 57,8 % aus Diesel- , 36,4 % Ottokraftstoff und 5,8 % Biokraftstoff zusammen. Damit ist der Biokraftstoffanteil seit 2008 (5,9%) und 2009 (5,5%) erstmalig wieder angestiegen. Biodiesel bleibt der wichtigtste Biokraftstoff in Deutschland. Mit ca. 2,6 Mio. t entfallen auf Biodiesel etwa 68 % des deutschen Biokraftstoffabsatzes. Der Anteil am Biokraftstoffverbrauch von Bioethanol konnte von 0,9 Mio. t auf 1,1 Mio. t ausgebaut werden, während der Absatz von reinem Pflanzenöl auf 61.000 t sank (Vorjahr 100.000t).
Neben der Schonung fossiler Ressourcen spielt der ökologische Aspekt auch hier eine wichtige Rolle: Biotreibstoffe können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass die vorgegebenen Ziele der CO2-Einsparung erreicht werden können. Im Jahr 2010 wurden durch die Nutzung von Biokraftstoffen 7,2 Mio. t CO2 bzw. 5,2 Mio. t CO2 -äq. eingespart.
Biokraftstoffe in Deutschland
Den größten Marktanteil der in Deutschland verbrauchten Biokraftstoffe macht der meist aus Rapsöl hergestellte Biodiesel aus. Im Dieselkraftstoff „B 7“ ist er mit einem Anteil bis zu sieben Prozent enthalten. Neben der Beimischung wird Biodiesel in Nutzfahrzeugflotten als Reinkraftstoff (B100) verwendet.
Ein weiterer Rein-Biokraftstoff ist Rapsölkraftstoff. In umgerüsteten Motoren ist er vor allem in der Land- und Forstwirtschaft eine Alternative.
In dem seit 2011 erhältlichen Super-Benzin „E 10“ sind bis zu zehn Prozent Bioethanol enthalten. Ethanol, das in Deutschland vor allem aus Getreide oder Zuckerrüben erzeugt wird, ist darüber hinaus Hauptkomponente des Kraftstoffs E85, einem Gemisch aus 85 % Ethanol und 15 % Ottokraftstoff. Dieser Kraftstoff kann in sogenannten Flexible Fuel Vehicles (FFV) verwendet werden.
Neben den heute verfügbaren flüssigen Biokraftstoffe kann Biomethan als gasförmige Alternative Erdgas als Kraftstoff ersetzen. Dafür wird das Biogas aus Energiepflanzen und landwirtschaftlichen Reststoffen auf Erdgasqualität aufbereitet. In dieser Form kann es an Tankstellen über das bestehende Erdgasnetz verfügbar gemacht werden.
Besondere Erwartungen werden auf Kraftstoffoptionen gesetzt, die die Biomasse noch effizienter nutzen. Vor allem Ethanol aus Lignozellulose und synthetische Biokraftstoffe, auch BtL-Kraftstoffe (Biomass-to-Liquid) genannt, könnten dazu erheblich beitragen. So setzt die Bundesregierung große Hoffnungen auf das bioliq-Konzept – ein Verfahren, mit dem synthetische Biokraftstoffe für Diesel- und Benzinmotoren erzeugt werden. Ihr Einsatz in Pkw, Lkw und Schiffsmotoren bis hin zum Flugzeugtriebwerk ist denkbar, sie verbrennen sehr sauber und verbinden das Potenzial hoher Flächenerträge mit einer breit einsetzbaren Rohstoffpalette inklusive organischer Reststoffe. Gelingt es, diese Potenziale in der Praxis zu erschließen, können BtL-Kraftstoffe wesentliche Beiträge zur künftigen Energieversorgung leisten.











