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Verbreitung

Biodiesel ist bislang der einzige Biokraftstoff, für den eine ausgeprägte Infrastruktur existiert. An bundesweit mittlerweile 1.900 Tankstellen ist er erhältlich.

  • Die Biodieseltankstelle in Ihrer Nähe finden auf der Internetseite der AGQM (Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V.).

Biodiesel ist günstiger als fossiler Diesel, die Preisdifferenz ist jedoch geringer als bei Pflanzenöl. Andererseits fallen keine Kosten für eine Umrüstung an. Nicht zuletzt aufgrund dieser ökonomischen Vorteile hat sich Biodiesel in den letzten 14 Jahren einen beachtlichen Anteil am Kraftstoffmarkt erobert, der 2007 bei 5,4 Prozent des Gesamtverbrauchs oder 3,3 Mio Tonnen in Deutschland lag.

Seine Nutzung durch private Autofahrer, die ihn an freien Tankstellen tanken, ist jedoch aufgrund der fehlenden Herstellerfreigaben und dem teilweise zu geringen Preisvorteil zum Dieselkraftstoff rückläufig. Während 2006 noch 152.000 Tonnen durch Pkw an öffentlichen Zapfsäulen abgesetzt wurden, waren es 2007 nur noch 96.000 Tonnen. Biodiesel wird vor allem von Betreibern größerer Fahrzeugflotten und Speditionen mit eigenen Tankeinrichtungen eingesetzt. Etwa 40% oder 1,35 Mio. Tonnen wurden bis Ende 2007 an diese Kundengruppe geliefert, die zudem 360.000 Tonnen von öffentlichen Tankstellen bezogen hat. Seit 2004 mischen Mineralölkonzerne dem von ihnen verkauften herkömmlichen Dieselkraftstoff Biodiesel bis zu 5 Prozent zu. Mit mehr als 1,4 Mio. Tonnen wurde so 2007 ein beträchtlicher Teil des Biodiesel dem fossilen Dieselkraftstoff beigemischt. Bedenken bezüglich der Einhaltung der Euro IV-Abgas-Norm bestehen laut Mineralöl- und Automobilindustrie nicht.

Entwicklung Biodiesel in Deutschland
Entwicklung Biodiesel in Deutschland

Freigabe

Bereits die deutsche Vornorm für Biodiesel war die Grundlage für einige Automobilhersteller, viele ihrer Modelle für Biodiesel freizugeben. Insbesondere der Volkswagen-Konzern, aber auch andere Hersteller haben eine Vielzahl ihrer Modelle für Biodiesel-tauglich erklärt. Bei den freigegebenen Modellreihen sind empfindliche Kunststoff- und Gummibauteile schon vom Hersteller durch Biodiesel-resistente Materialien ersetzt worden.

In jüngster Zeit werden Freigaben nur noch in Verbindung mit speziellen Biodiesel-Paketen erteilt. Hauptgrund ist die neue EU-Abgas-Norm Euro IV, die ab 2005 verbindlich ist. Aufgrund relativ hoher Stickoxid-Emissionen kann Biodiesel als Reinkraftstoff die strengeren Werte dieser Norm nicht mehr ohne Weiteres einhalten. Mit Hilfe eines Sensors, der verschiedene Kraftstoffe oder -mischungen erkennt, kann das Motormanagement auf das jeweilige Kraftstoffmischungsverhältnis eingestellt und die Verbrennung entsprechend optimiert werden. So lassen sich auch die Abgasgrenzwerte von Euro IV ohne Problem unterschreiten. Der Biodieselsensor ist mittlerweile als Zusatzausrüstung für einige Modelle der Volkswagen AG erhältlich.

 
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