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Biokraftstoffe

Auch 2006 stieg der Anteil der Biokraftstoffe am Primärkrafstoffverbrauch in Deutschland weiter an. Insgesamt wurden mehr als 54 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht - von denen Biokraftstoffe mit 4 Mio. Tonnen einen Anteil von 6,3 % (bezogen auf den Energiegehalt) ausmachten. Die EU-Ziele von 5,75 % Biokraftstoff-Anteil bis 2010 wurden somit in Deutschland bereits 2006 deutlich überschritten.

Während momentan und in absehbarer Zeit vor allem Biodiesel, Pflanzenöl und Ethanol in größeren Mengen genutzt werden, gehört die Zukunft synthetischen Kraftstoffen aus fester Biomasse.

Verteilung Primärkraftstoffverbrauch in Deutschland 2006
Kraftstoffverbrauch 2006 in Deutschland

Der Primärkraftstoffverbrauch in Deutschland setzt sich im Jahr 2006 zu 52,3 % aus Diesel-, 41,3 % Ottokraftstoff und 6,3 %Biokraftstoff zusammen. Dabei hat sich der Anteil biogener Kraftstoffe von 1,4 % (2003), 2 % (2004), 3,6 % (2005) auf 6,3 %in 2006 erhöht. Er wird zum Grossteil durch Biodiesel 61,6 % (Vorjahr: 83,3%) abgedeckt. Der Anteil am Biokraftstoffverbrauch von reinem Pflanzenöl konnte auf 26,6 % und von Bioethanol auf 11,8 % gesteigert werden. 

Neben der Schonung fossiler Ressourcen spielt der ökologische Aspekt auch hier eine wichtige Rolle: Biotreibstoffe können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass die vorgegebenen Ziele der CO2-Einsparung erreicht werden können. Im Jahr 2006 wurden durch Biokraftstoffe 12,7 Mio. Tonnen CO2 eingespart.

Die Technologien zur Nutzung der verschiedenen Biotreibstoffe sind unterschiedlich ausgereift. Auf reines Pflanzenöl beispielsweise müssen Dieselmotoren in der Regel erst angepasst werden, was mit relativ hohen Kosten verbunden ist.

Rapsölmethylester (RME) - auch Biodiesel genannt - ist dagegen seit Jahren ein marktgängiger Treibstoff. Er wird über die Veresterung aus Rapsöl hergestellt und ist normalem Dieselkraftstoff vergleichbar. An rund 1900 Tankstellen wird er bereits angeboten. Zahlreiche Fahrzeughersteller haben ihre Modelle für den Betrieb mit RME freigegeben oder bieten gesonderte Biodiesel-Pakete an - ein deutlicher Beweis dafür, dass der pflanzliche Treibstoff herkömmlichem Diesel in nichts nachsteht.

Zudem wird Biodiesel seit 2004 herkömmlichem Diesel bis zu 5 % - so erlaubt es die Diesel-Norm - beigemischt.

Auch Bioethanol, das über die Vergärung aus stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzen gewonnen werden kann, ist als Treibstoff nutzbar. Laut Ottokraftstoffnorm (DIN EN 228) ist die Beimischung von bis zu 5 Prozent zu herkömmlichem Ottokaftstoff möglich.

Synthetische Kraftstoffe schließlich sind für den Verbraucher von normalem Benzin oder Diesel in nichts zu unterscheiden, lediglich die Rohstoffquelle ist mit fester Biomasse eine andere. Diese Treibstoffe bergen großes Potenzial, das allerdings erst erschlossen werden muss.

 
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